portrait (amputate)

portrait (amputate)

    portrait (amputate)
Rollin Beamish
portrait (amputate)
Beschreibung

Details

Den Porträtbildern im eigentlichen Sinne stehen bei Rollin Beamish immer Textarbeiten zur Seite, die irritierenderweise ebenfalls „portraits“ genannt werden. Der hellen, offenen Struktur der Porträtköpfe antworten graphitgraue, hermetische Felder. Hermetisch sind sie in dem doppelten Sinne, dass sie sich sowohl optisch – wie dunkle Steinoberflächen, Inschriftentafeln oder gar Grabplatten – als auch semantisch verschließen: kontextlose Textfragmente, deren Sinn sich auch mithilfe der Titel nicht erschließt und die paradoxerweise trotz ihrer Kontingenz gravitätisch wie in Stein gemeißelte Wahrheiten daherkommen.

Was bedeuten diese Textarbeiten? Offensichtlich sind sie auf einer ganz anderen Ebene angesiedelt als die Porträts im eigentlichen Sinne, die auf öffentliche Personen und Akteure des politisch-kulturellen Feldes verweisen. Die Texte jedoch sind kontextlose Fragmente, gehäckselte, in kleinste Einheiten zerlegte Bruchstücke, wie Erinnerungsfetzen, Botschaften aus dem unbewussten Dunkelfeld der symbolischen Ordnung, für deren textuelle und visuelle Formierung heute das Internet von höchster Bedeutung ist.

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Künstler Rollin Beamish
Jahr 2011
Größe 102,2 x 61,4 cm
Technik Graphit und Gesso auf Muslin
Edition Nicht zutreffend
Ausstellungen Nein