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    skedGerahmtAusstellungsansicht
Beschreibung

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Noch konzentrierter und atmosphärisch dichter als in Rollny's Leinwandbildern entfaltet sich in diesen kleinformatigen Werken das überraschende Zusammenspiel zweier scheinbar unvereinbarer Elemente: gestische, informelle Malspuren einerseits und figürliche, am Computer verfremdete fotografische Collageelemente andererseits.

Obwohl Rollny immer wieder die gleichen stark typisierten Figuren aus einem begrenzten Personalbestand verwendet – sitzende oder stehende ältere Herren in Straßen- bzw. Freizeitkleidung sowie junge, leicht bekleidete Frauen mit markanter Pagenfrisur und verschatteten Augen –, ergeben sich in jedem Bild neue Konstellationen mit jeweils eigenen szenischen Spannungsverhältnissen. Stets in Schwarzweiß gehalten und oft ins Negativ verkehrt, wirken die Figuren in ihren kargen Räumen wie verstörende Erinnerungs- oder Traumreste, passiv, leblos und schattenhaft – und noch gespenstischer, wenn man einmal bemerkt hat, dass sie aus disparaten Körperteilen zusammenmontiert sind. Dagegen wirkt der Umraum der Figuren mit seinen nervösen, dynamischen, oft starkfarbigen Liniengespinsten, Farbgerinnseln und Tropfspuren aus Lackfarbe energetisch aufgeladen und von einer Vitalität durchpulst, wie sie die dem Bildpersonal fehlt.

In der Summe ergeben sich Bilder, deren narratives Potential aus seelischen Tiefenschichten aufzusteigen scheint, Wiedergänger aus psychischen Randzonen des Verdrängens und Vergessens. Entsprechend intensiv wirken sie auf die Erinnerungs- und Assoziationsleistung des Betrachters ein. In der Ausstellung werden zwei unterschiedliche Bildtypen präsentiert. Während Rollnys zweiteilige Arbeiten eine rhythmische Sequenzierung der Bildfelder aufweisen, die den langgestreckten horizontalen Formaten eine eigentümliche, gleichsam filmische Qualität verleiht, weisen die neuesten Arbeiten die Besonderheit auf, dass der Künstler sie zuletzt noch mit Ölfarbe überarbeitet hat. Durch dieses malerische Finish wirkt ihr psychoenergetisch durchdrungener Farbraum noch kompakter und bedrängender. Die meist auf Grün, Weiß und Schwarz basierende kühle Farbtemperatur und die sich organisch um die Farbspuren anlagernden bräunlichen Höfe des vom Papier aufgesaugten Öls erzeugen insgesamt eine höchst ambivalente und emotional aufgewühlte Atmosphäre.

Peter Rollny (*1967) studierte an der Kunstakademie Karlsruhe und arbeitet seit 2000 in Berlin.

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Künstler Peter Rollny
Jahr 2013
Größe 29,5 x 41,5 cm (ungerahmt), 60 x 80 cm (gerahmt)
Technik Akryl, Lack und Ölfarbe, Collageelemente auf Papier
Edition Nein
Ausstellungen “…through which the world flows…”, 05.04.-10.05.13, Greusslich Contemporary, Berlin