gilles

gilles

    gilles
Beschreibung

Details

PETER ROLLNY „Afloat on a Flood of Being“

New paintings

09.03.­­−13.04.13

In den Arbeiten von Peter Rollny ist die menschliche Figur von zentraler Bedeutung. Die figürlichen Protagonisten stammen aus unterschiedlichen, zumeist vorgefundenen Bildquellen, werden im Lauf des Arbeitsprozesses jedoch vielfach fragmentiert, verfremdet und neu zusammengesetzt. Fast immer verfolgen die Arbeiten eine Reformulierung des traditionsreichen Bildthemas der menschlichen Figur, wobei der Umraum häufig der gestischen Malerei verpflichtet ist, aber auch Interieurs oder – wie in den neuesten Arbeiten − Landschaft anklingen lassen kann.

In den neuesten Arbeiten flottieren die figürlichen Protagonisten in einem teilweise mehrfach in sich gesplitteten Bildraum in einem Netz aus collagierten Textbruchstücken, Fragmenten gefundener und eigener Fotografien, Ornamentfetzen und treten in ein dissoziatives Wechselspiel mit einer vielschichtigen Malerei aus gestischen Setzungen, Übermalungen und Sprayspuren. So ergibt sich ein hybrides Gewebe aus disparaten Bildelementen, die durch die malerische Behandlung dicht verknüpft werden. Landschaft erscheint hier nicht unmittelbar, sondern gebrochen, fragmentiert, häufig als ein Bildzitat im Bildraum. Auch Assoziationen an Stadtlandschaft entstehen z. B. durch Collagefetzen von mit Graffiti überzogenen Hauswänden.

Der Umraum mit seinen architekturalen oder auch landschaftlichen Versatzstücken und Fragmenten − zusätzlich aufgeladen durch Partien expressiver Malerei − ist Basis der visuellen Dialektik des psychischen Innen- und physischen Außenraumes der Figuren. Der Umraum ist so gleichsam Materialisation des Innen der Protagonisten. Viele der verwendeten Figuren sind rätselhaft und wie aus weit entfernten Erinnerungsschichten gewebt. Dabei scheinen diese Figuren eine Art nicht weiter reduzierbarer Einheit zu personifizieren, gefangen in ihrer eigenen Disposition und verharrend in einer ungelösten Präsenz, doch zugleich scharf umrissen auf der Oberfläche der Bilder. Sie scheinen fremd und ungelenk, evozie­ren aber – vielleicht durch ihre ikonographische Herkunft – zugleich eine seltsame Vertrautheit.

In der Überlagerung der verschiedenen gleichsam porösen Bedeutungsebenen entsteht in den bei Greusslich Contemporary gezeigten Arbeiten ein Netz aus logisch nicht greifbaren Interrelationen. Das Prozesshafte und Offene der Arbeiten resultiert unter anderem aus der Anlehnung an die Textur von Plakatwänden mit ihren vielen Schichten von Überklebungen und Einflüssen wie z. B. Graffiti, natürlicher Zerfall oder Vandalismus. Durch Nutzung dieses Verfahrens entsteht in den gezeigten Arbeiten eine Art perforierter Narration.

Peter Rollny (*1967) studierte an der Kunstakademie Karlsruhe und arbeitet seit 2000 in Berlin.

 

 

Details

Details

Künstler Peter Rollny
Jahr 2013
Größe 100 x 210 cm (2 parts)
Technik Mixed media on canvas
Edition Nicht zutreffend
Ausstellungen Peter Rollny "Afloat on a Flood of Being", 2013