JOSÉ NOGUERO "Landschaften", 2011

JOSÉ NOGUERO "Landschaften", 2011


JOSÉ NOGUERO "Landschaften", 2011
Beschreibung

Details

José Noguero Landschaften

27.11.2011 - 28.01.2012 ­­­

Wir freuen uns, die erste Einzelausstellung von José Noguero in den Räumen von Greusslich Contemporary ankündigen zu dürfen. Das vielfältige Werk des 1969 geborenen spanischen Künstlers umfasst so unterschiedliche Medien wie figurative Bildhauerei, Installation, Video, Fotografie und Malerei sowie – alle Gattungen verbindend – das Basismedium Zeichnung. Noguero beherrscht außerdem eine erstaunliche Bandbreite stilistischer Möglichkeiten, die von der rigorosen Formreduktion seiner bühnenartigen Schaukästen bis zu den reich orchestrierten, formal überbordenden neueren Gemälden reicht.

Unsere Ausstellung konzentriert sich auf das Thema Malerei, das seit zwei Jahren ganz im Vordergrund von Nogueros künstlerischer Tätigkeit steht. Ausgangspunkt der meisten neueren Ölbilder ist ein geradezu klassisches Landschaftsmotiv mit wenigen Elementen: ein Baum im Vordergrund, eine weite baumbestandene Ebene mit niedrigem Horizont, ein hoher Himmel. Doch dieses scheinbar traditionelle Schema ist nur Ausgangspunkt und Anlass für eine vehemente und vielschichtige Malerei, die sich von allen figurativen Einschränkungen freimacht.

Die Bilder entstehen in einem langwie­­­­rigen Prozess, dessen zahlreichen Arbeitsschritte immer wieder anhand von Zeichnungen kontrolliert, gelenkt und weitergetrieben werden. Formale Strukturierung sowie das Aufsprengen und Zersplittern aller Strukturen sind die beiden im Widerstreit liegenden Bewegungen, die Nogueros Malerei antreiben. Noguero gelingen mit seinen neuesten Gemälden Bilder von geradezu barocker Opulenz: Über der Landschaft bilden sich geballte Farbwolken, es schießen farbige Blitze über den aufgewühlten, in Malerei-Gewittern sich entladenden Himmel. Es sind dies Bilder, in denen die Vertrautheit des Künstlers mit der Tradition, insbesondere mit der italienischen Kunst aufscheint. Doch diese kunstgeschichtlich wohlinformierte Malerei ist zugleich eine absolut zeitgenössische, indem sie die Grenzen zwischen Figuration und Abstraktion souverän überspielt und den malerischen Prozess als autonome, eigengesetzliche Bildproduktion selbstbewusst vorantreibt.