Dysprosium 1

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José Noguero
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Beschreibung

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Der bewusste Bezug auf die Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts – wie zum Beispiel Joos van Cleves „Kreuzigungs“-Triptychon im Museo Nazionale di Capodimonte in Neapel – ist sehr viel mehr als ein postmodernes Spiel mit Zitaten: Indem José Noguero sich intensiv mit den technischen und kompositorischen Errungenschaften der Malerei der Renaissance und des Barock auseinandersetzt, erarbeitet er sich die Kriterien für eine zukunftsfähige Malereikultur. Mit seinen neuesten Gemälden gelingt es José Noguero, den scheinbaren Widerspruch aufzulösen, der darin besteht, einerseits an die Tradition anzuschließen und sich andererseits auf der Suche nach einer dezidiert zeitgenössischen Haltung von ihr frei zu malen.

Im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit Nogueros, die sich im Ganzen durch ihr ungewöhnlich breites Repertoire an Medien und Ausdrucksmitteln (wie Skulptur, Malerei, Zeichnung, Objektkunst, Installation, Video und Fotografie) auszeichnet, steht seit 2009 die Malerei. Dienten zunächst fast ausschließlich Landschaftsmotive als Ausgangspunkt für Nogueros dichte und farbstarke Gemälde, so finden seine neuesten Arbeiten, die im Anschluss an seine Zeit als Stipendiat der Königlichen Spanischen Akademie in Rom (2012) entstanden sind, ihren Kristallisationspunkt in der menschlichen Gestalt.

Bei genauerem Hinsehen erweisen sich Nogueros Figuren als Paraphrasen auf das Bildpersonal neuzeitlicher Gemälde mit Themen wie Kreuzigung und Verkündigung. Ausgehend von den ikonographisch und emotional aufgeladenen Figuren, die der Künstler durch zahlreiche Zeichnungen sorgsam vorbereitet, entfaltet sich eine fulminante, durch reich orchestrierte Farbklänge gekennzeichnete Malerei. In ihr summieren sich zahlreiche Überlagerungen von Farbflächen und gestischen Farbspuren zusammen mit rudimentären perspektivischen Einsprengseln zu höchst komplexen Bildräumen.

Souverän negiert Nogueros Malerei die übliche Unterscheidung von Figuration und Abstraktion sowie den Gegensatz zwischen kompositorischem Kalkül und spontaner Geste. Der bewusste Bezug auf die Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts – wie zum Beispiel Joos van Cleves „Kreuzigungs“-Triptychon im Museo Nazionale di Capodimonte in Neapel – ist sehr viel mehr als ein postmodernes Spiel mit Zitaten: Indem José Noguero sich intensiv mit den technischen und kompositorischen Errungenschaften der Malerei der Renaissance und des Barock auseinandersetzt, erarbeitet er sich die Kriterien für eine zukunftsfähige Malereikultur. Mit seinen neuesten Gemälden gelingt es José Noguero, den scheinbaren Widerspruch aufzulösen, der darin besteht, einerseits an die Tradition anzuschließen und sich andererseits auf der Suche nach einer dezidiert zeitgenössischen Haltung von ihr frei zu malen.

José Noguero (*1969, Barbastro, Spanien) ist in folgenden Sammlungen vertreten: Museo de Arte Contemporáneo Reina Sofía, Madrid – CAC, Málaga – CDAN, Huesca – ARTIUM, Vitoria-Gasteiz – Fundació Suñol, Barcelona – Diputación General de Aragón – Diputación de Huesca – Ayuntamiento de Pamplona, Navarra – Colección Coca-Cola, Madrid – Künstlerförderung, Berlin.

Details

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Künstler José Noguero
Jahr 2014
Größe 100 x 130 cm
Technik Oil on Linen
Edition Nein
Ausstellungen José Noguero - "Flämische Landschaften", 15.2.-22.3.2014, Greusslich Contemporary, Berlin