“Thanatos kann Phönix! – Von Destruktion und Neuentwicklung", 13.12.2014–24.01.2015

“Thanatos kann Phönix! – Von Destruktion und Neuentwicklung", 13.12.2014–24.01.2015


“Thanatos kann Phönix! – Von Destruktion und Neuentwicklung", 13.12.2014–24.01.2015
Beschreibung

Details

„Thanatos kann Phönix!“
Von Destruktion und Neuentwicklung

13.12.2014–24.01.2015

Gruppenausstellung mit:
Vanessa Farfán, José Noguero, Wanda Stolle,
Daniel Lavoie, Philip Topolovac, Julio Falagán,
Peter Rollny und Mamoru Tsukada.

Greusslich Contemporary freut sich sehr, Sie ganz herzlich zur Gruppenausstellung „Thanatos kann Phönix!“ einzuladen. Das Konzept beschäftigt sich subtil mit dem menschlichen und eben auch in der Kunst ersichtlichem Phänomen des Zerstörungswillens und der gleichzeitigen Schaffenskraft. 

Vanessa Farfán zeigt ein Tableau aus kleinen Leinwänden mit extrem vergrößerten Ausschnitten vorhergehender Malereien, die überlagernde Systeme einer Stadtstruktur widerspiegeln. Das Mosaik aus dekontextualisierten Bruchstücken bleibt veränderbar und daher für Neuordnung dauerhaft offen.

José Noguero trägt das Thema durch seine Malerei, die eine dekonstruierte Landschaft und gleichzeitig eine Neuentwicklung einer gestisch-abstrakten Bildsprache ist. Einem langen Prozess der Auslöschung und Übermalung folgt eine neue Erfahrung von Farbe, Fläche, Rhythmus und Raum.

Von Wanda Stolle ist eine Papierarbeiten zu sehen, auf der sie zuerst als scheinbar destruktiven Akt die Papieroberfläche eingeritzt hatte und dann vielschichtig Tusche auf- und abträgt. Lineare Formen vereint mit organisch-poetischer Tuschesprache vermitteln Bilder mit kosmisch-kartografischer Erscheinung.

Daniel Lavoie bemalt seine Leinwand mit einem ihn emotional aufwühlenden Brief, den er daraufhin bis zur Unleserlichkeit überarbeitet. Dabei lässt er sich von seinen Recherchen über afrikanisches traditionelles Gewanddesign inspirieren, die für spezielle emotionale Begebenheiten entworfen werden, um Gesellschaften nonverbal über den Träger zu informieren.

Philip Topolovac präsentiert in seiner fotografischen Arbeit ein Modell, der durch seine martialische Formensprache Gedanken zur Relation von Überwachungs- und Zerstörungstechnik und dem notwendigen, so produktiven Entwicklergeist anstoßen.

Praktizierende Selektion, in dem Sinne, dass sich der Stärkere durchsetzt, wird explizit von Julio Falagán mit der Arbeit „No hay lugar para los débiles“ („Es gibt keinen Platz für die Schwachen“) thematisiert. Wer spricht diesen auf der Hirschidyllenmalerei zu lesenden Satz? Ein feststellender Gott, ein bewaffneter Cowboy oder ein gebranntes Opfer? Garantiert bessere Zerstörungskraft bessere Weiterentwicklungschancen?

Bei Peter Rollny ist eine mediale Dekonstruktion der Malerei mit Hilfe von auf die Leinwand installierten fertigen Bildträgern festzustellen. Seine Technik ist eine eigene Bildsprache geworden. Die innerbildliche Kommunikation zwischen fotografischer Frau und gestischer Farbe kreiert eine dichte, psychologisch aufgeladene Situation.

Mamoru Tsukada´s Bild ist eine mehrschichtige computerunterstützte Fotografie, welche mit einem roten Penis den mythologischen Gegenspieler von Thanatos nämlich Eros thematisiert. Überdeckung und Auslöschung der unteren Bildschicht als Destruktionsakt liefert inhaltliches und visuelles Hintergrundrauschen, das gezielt Eros und damit den mythologischen Erschaffungstrieb im Allgemeinen visualisiert und nebenbei den Großteil der männlichen Gedankenkraft im Speziellen.

Die Ausstellung soll Faszination am emotionalen und technischen Potenzial des Menschen wecken, bei gleichzeitiger kritischer Wahrnehmung der Gegenwart und Stärkung des Bewusstseins für das eigene Handeln.